Denkt man an Gelprints, fallen einem zunächst Acrylfarben aus der Tube, Ölfarben oder Linoldruckfarben ein. Farben also, die dickflüssig bis zäh ausfallen und Farbschichten abgeben.
Aber das Arbeiten auf Gelplatten geht weit über Pflanzendrucke hinaus. Am letzten Wochenende haben wir unter anderem den Einsatz von gesprühter Acrylfarbe ausprobiert, und zwar mit DEKA ColourStyle.
DEKA ColourStyle

DEKA ColourStyle ist eine Textilsprühfarbe, die – wenn sie auf Textilien gesprüht wird, die später gewaschen werden sollen – nach dem Trocknen durch Bügeln fixiert werden muss.
Textil-Acrylfarben lassen sich aber auch prima auf Papier verwenden. Eine Fixierung ist dabei nicht nötig. Man lässt den Farbauftrag einfach gut durchtrocknen.
Neben der schönen Farbskala hat DEKA ColourStyle den Vorteil, dass es sich um besonders günstige und gleichzeitig hochwertige Farben handelt, die in einem familiären Traditionsbetrieb in München hergestellt werden.

Drei Punkte, die du beim Sprühen nicht vergessen solltest
- Zunächst die Flasche kräftig schütteln. Pigmente setzen sich am Boden ab. Erst nach dem Schütteln bekommst du die volle Farbkraft.
- Die ersten drei Sprühstöße zunächst mit einem alten Tuch oder einem Abfallpapier abfangen
- Sprühköpfe unmittelbar nach Gebrauch mit kaltem Wasser reinigen, sie könnten sonst verkleben.
Kann man die Farben mischen?
Ja! DEKA ColourStyle lassen sich in leeren Sprayfläschchen ausgezeichnet mischen. Möchte man sie etwas transparenter haben, fügt man etwas Wasser hinzu. Möchte man einen anderen Farbton, gibt man zur helleren Farbe die dunklere hinzu.
Beim Mischen geht man immer in vorsichtig vor, indem die dunklere Farbe in wirklich kleinen Schritten der helleren hinzugefügt wird.
Für Grün wird dem Blau nicht das Gelb zugegeben, sondern umgekehrt: Gelb ist für Grün die Grundlage, der langsam sehr wenig Blau nach und nach beigemengt wird. Zur Kontrolle wird ein kleiner Tropfen der gemischten Farbe auf ein Küchenpapier gegeben und geprüft.
Denkt daran, dass erstens eine feuchte Farbe immer dunkler erscheint und erst nach dem Trocknen den richtigen Farbton zeigt. Und zweitens, eine gesprühte Farbe deutlich luftiger wahrgenommen wird als ein Farbtropfen, der als Fläche intensiver wirkt.
Farben mischen kann man auch durch Schichten! Sprüht man auf Papier, braucht man sich keine Gedanken zu machen, dass Schichten es zu steif machen könnte. Uns interessiert dabei ausschließlich die Wirkung!
Wenn man einen größeren Abstand zwischen dem Sprühgrund, z.B. dem Papier, und dem Sprühfläschchen hält, verteilen sich die Tröpfchen fein und man kann mehrere Schichten unterschiedlicher Farben übereinander geben.
Wie wird gesprüht?
Wichtig ist, dass man gezielt, kurz und kräftig sprüht und den Sprühkopf dann gleich loslässt. Sprüht man zögerlich und in zu dichtem Abstand, erhält man eine nasse Farbfläche, bei der die einzelnen Tröpfchen kaum zu sehen sind.
Erst ab einem Mindestabstand von 30cm und mehr, ist eine Schicht von einzelnen Tröpfchen wahrnehmbar. Möchtest du Schichten von Tröpfchen, wartest du am besten, bis die untere Schicht getrocknet ist, bevor du die nächste darüber setzt.
Wie werden Sprühfarben normalerweise eingesetzt?
(Textil)Sprühfarben werden normalerweise für schöne Farbverläufe, für die Farbgebung in Schablonen und die Farbgebung um Masken (Reservierungen) herum verwendet.
T-Shirts werden gerne besprüht, auch Schals, Taschen, Kissen usw. Es eignen sich leichte Stoffe bis schwere Gewebe, denn die Sprühschicht muss den Stoff ja nicht durchdringen. Besprüht man Jersey, sollte der Stoff mithilfe eines Kartons leicht gedehnt werden.
Die Rückseiten von Schablonen und Masken sicherheitshalber mit einem temporären Sprühkleber (z.B. ODIF 505) versehen, denn so sind die Kanten gut auf dem Untergrund befestigt und Farbe kann nicht darunter kriechen. Schablonen und Masken erst entfernen, wenn die Farbe getrocknet ist.
Befestige die noch klebrigen Reservierungen am besten auf einer Folie, dann kann man die Kleberückseite mehrfach verwenden und alles lässt sich gut aufbewahren. Acrylfarbe belassen wir in der Regel auf den Schablonen, sie lösen sich bei der nächsten Anwendung nicht an.
Schutz der Umgebung
Einen feinen Farbnebel erreicht man nur, wenn man einen gewissen Abstand zwischen Fläschchen und Untergrund hält. Das bedeutet aber gleichzeitig, dass Farbtröpfchen auch auf die Tischplatte geraten können.
Gleich vorweg: Obwohl wir kleine Formate (DIN A5) besprüht haben, hat sich nur wenig Farbe auf die Tischplatten verirrt. Diese ließ sich auch nach einer Nacht mit Wasser und Babytüchern noch prima entfernen. Aber bei uns handelt es sich um Arbeitstische und nicht um schöne Wohnzimmertische.
Was also tun? Großzügig abdecken! Die einfachste Lösung ist eine abwischbare Gartentischdecke, die immer wieder als Schutz aufgelegt werden kann. Ich finde auch alte Leintücher als Schutz prima. Mit der Zeit nehmen sie immer mehr Farbe und Muster an und können so noch toll für Täschchen und ähnliches weiter Verwendung finden.
Eine Teilnehmerin, die Sprühen vor allem für Journals einsetzt (also kleine Formate) legt ihr Papier in eine größere Schuhschachtel und kann so sauber sprühen.
Geldrucke und Sprühen
Für den Einsatz von Sprühfarbe, speziell von Acryl-Sprühfarbe, gibt es im Bereich Monoprint mit der Gelplatte viele Möglichkeiten. Wichtig vor allem auch: Für diese Techniken brauchst du nicht die gesamte Größe der Gelplatte. Du kannst durchaus nur mit Teildrucken arbeiten!
Die beiden einfachsten Möglichkeiten gleich zu Beginn: Sprühen auf den Untergrund. Schon vor dem eigentlichen Geldruck kann man die vorgesehenen Papiere mit gesprühter Farbe versehen. Nach dem Trocknen dann wie gewohnt weiter auf diesen farbigen Untergrund drucken, am besten mit transparenten oder halbtransparenten Farben, sodass das Sprühmuster auch später noch zu sehen ist. Umgekehrt kann ein langweiliger Druck auch später noch mit Sprühfarbe (mit oder ohne Schablone) versehen werden, wodurch ein Technikmix entsteht.
Sprühen direkt auf die Gelplatte
Sprühen lässt sich auch direkt auf die Gelplatte. Dabei ist zu beachten, dass es dauern kann, bis die Sprühschicht so trocken ist, dass man darauf weiter arbeiten kann. Die längere Trocknungszeit gilt übrigens für jede wässrige Technik auf der Gelplatte, denn die Gelplatte ist ja nicht saugfähig und alle Feuchtigkeit kann deshalb nur nach oben weg trocknen.
Unter Wärme trocknet wässrige Farbe natürlich schneller. Einen Föhn oder ähnliches würde ich erst einsetzen, wenn die Farbe wenigstens oberflächlich getrocknet ist, denn die Gefahr einer Musterverschiebung durch das Gebläse ist zu groß. Und beachte gleichzeitig, dass ein warmer oder gar heißer Luftstrom die Platte gefährdet. Ich plädiere für Geduld und wenn möglich, den Einsatz einer zweiten oder gar dritten Gelplatte, auf der man weiter arbeiten kann.
Je kleiner die Tröpfchen, desto schneller der Trocknungsprozess. Aber die meisten Sprühfläschchen geben sowohl feine als auch größere Tröpfchen ab.
Tröpfchen vorsichtig abnehmen
Wenn die feinen schon trocken sind, aber die größeren Tröpfchen noch viel Flüssigkeit aufweisen, kannst du diese mit Küchenkrepp folgendermaßen abnehmen: Falte ein Stückchen Küchenpapier so, dass eine Spitze entsteht. Tauche diese Spitze vorsichtig in die Mitte des noch feuchten Farbtropfens und sauge die Flüssigkeit damit ab. Weil sich rund um den Tropfen ein dunklerer Rand gebildet hat, ergibt das eine hübsche Musterung: ein dunkler, kreisrunder Rand und ein heller Fleck in der Mitte.
Sprühen auf eine feuchte Acrylschicht
Die folgende Technik funktioniert sowohl auf einer Platte, die noch keine Farbschicht aufweist, als auch auf einer Farbschicht, die auf der Platte bereits getrocknet ist und auf die neue feuchte Farbe aufgerollt wird.
Walze eine feuchte Acrylschicht aus und sprühe und tropfe flüssige Farbe darauf. Jetzt heißt es warten und etwas Geduld zeigen. Die neue flüssige Farbe verdrängt an dieser Stelle die (feuchte!) Acrylschicht, und es bilden sich dekorative „Löcher“. Nicht ungeduldig werden, es dauert seine Zeit. Diese Verdrängung dauert an, bis die Feuchtigkeit weg getrocknet ist.
Auch mit dieser Technik lässt sich spielen. Zum Beispiel, indem man – nachdem sich die „Löcher“ gebildet haben, weitere Veränderungen durch vorsichtiges Abtupfen stoppt (siehe oben). Oder dass man, wenn nur noch wenig Feuchtigkeit vorhanden ist, diese Restfeuchtigkeit (ohne Druck!) mit dem Roller über der Farbschicht ausbreitet. Oder dass die Restfeuchtigkeit mit einem struppigen Pinsel vorsichtig über die „Löcher“ hinweg ausgestrichen wird. Die beiden letzten Varianten ergeben transparentere Farbschichten und Muster.
Der Vorgang kann wiederholt werden. Sind „Löcher“ und die Acrylschicht drumherum getrocknet, kann eine weitere Schicht kontrastierender Farbe aufgetragen werden und – solange sie noch feucht ist – weitere Sprühtröpfchen und Tropfen aufgebracht werden.
Sprühen auf die Platte und ausrollen
Dies ist eine Möglichkeit, einen schönen transparenten Hintergrund zu erzeugen, auf den weiter gedruckt wird oder eine transparente Schicht auf einen Druck, der sich noch in der Gestaltung befindet. Wenn man zügig arbeitet und die ausgewalzte Schicht gleich abnimmt, kann sich die feuchte Farbe auf der Platte kaum zusammenziehen, wie man es sonst kennt.
Es ist diese farbige starke Transparenz, bestehend aus ein bis zwei Farben, die man nur auf diese Weise herstellen kann. Sie bereichert als Schicht Geldrucke ganz wunderbar.
So werden die Schichten gedruckt
Die meisten Techniken mit Sprühfarbe eignen sich nicht für einen Direktdruck, bei dem feuchte Farbe unmittelbar mit Papier abgenommen wird. Dabei würden die feinen Tröpfchen ineinander fließen.
Sprühflächen auf der Gelplatte oder gestaltete Löcher auf der Platte lässt man gut trocknen, rollt dann eine leichte, fast transparente Schicht einer Acrylfarbe (gerne Weiß von AMSTERDAM) darüber aus und presst sofort das Papier auf die noch feuchte Farbe. Jetzt gut andrücken, massieren. Wieder Geduld zeigen! Alle Farbschichten und das Papier müssen sich fest miteinander verbinden (verkleben). Nur dann bekommen wir den Druck ohne gerissenes Papier von der Platte.
Wenn ich ganz sicher gehen und vielleicht sogar auf ein leichtes Papier wie das Wenzhou Reispapier drucken möchte, lasse ich Farbschichten und Papier nach dem Andrucken und Massieren über Nacht unter einem schweren Buch trocknen.
Nach völligem Durchtrocknen ablösen
Am nächsten Morgen löse ich vorsichtig das Papier an allen Kanten von der Gelplatte und ziehe es langsam und flach ab. Sobald ich das Gefühl habe, dass das Papier eine Tendenz zum Reissen zeigt, drehe ich das Ganze um. Nun liegt die Gelplatte oben. Mit der linken Hand (ich bin Rechtshänderin) halte ich das unten liegende Papier fest, mit der recht rolle ich die Platte langsam vom Papier ab. Ist die gefährliche Stelle passiert, kann man auch wieder drehen und das Papier vollends von oben her abziehen.
